Räume erkunden - urvertraut, unvertraut

Vor vielen Jahren keimte zwischen Frauen, die als Kulturschaffende und in der Friedensbewegung unterwegs waren, der Wunsch, dass es im öffentlichen Raum jeder Stadt ein Labyrinth geben sollte, so selbstverständlich, wie es Fussballplätze gibt.
Seit 23 Jahren nun ermöglicht der gestaltete Raum des Zürcher Labyrinths seinen Besucherinnen und Besuchern vielfältige Erfahrungen. In einem begrenzten Raum führt ein langer, kurz-weiliger Weg nach Innen und in Wendungen wieder nach Aussen. Der Labyrinthweg wechselt mehrmals die Richtung. Im Gehen eröffnen sich unvertraute Perspektiven. Wir begegnen anderen auf dem Weg, und zwischen uns bleibt Raum.

Das Labyrinth – ein uraltes Symbol — hat in Zürich einen Raum bekommen, der uns vertraut ist. Wir Frauen hegen und beleben ihn seit vielen Jahren.
Unser Labyrinth ist aber auch ein öffentlicher Raum. Die Öffentlichkeit, das sind wir alle. Alle Menschen, die das Labyrinth besuchen, bringen ihr je Eigenes ein. Manchmal ist es etwas, das wir schon kennen, und manchmal ist es etwas Neues, etwas Unvertrautes.

Ein öffentlicher, gestalteter Raum lebt von dem Vertrauten, der Sicherheit, der Geborgenheit. BesucherInnen fühlen sich dadurch willkommen.
Aber auch das Unvertraute, das durch die Öffnung, die Öffentlichkeit, den Austausch hereingebracht wird, ist wesentlich für diesen Platz, denn das Labyrinth ist keine geschlossene Form. Jeder Umgang öffnet sich zum nächsten hin.

Wir freuen uns auf ein neues Jahr mit Urvertrautem und Unvertrautem, wenn wir gemeinsam Räume erkunden:
“Glück ist andern die Türe zu öffnen / sagen zu können kommt herein / es ist Platz da und Wärme für alle“ (Brigit Keller)

Tiefgang: Auf Wunsch der jungen Generation wollen wir an drei Veranstaltungen unser urvertrautes Labyrinth in seinem 24. Jahr unvertraut erforschen. Wenn wir uns gemeinsam auf das uralte Lebenszeichen konzentrieren, können sich Frauen, Männer, und auch Kinder, in lebhafter Art beteiligen, die gegenwärtigen Einsichten prüfen und neu erkunden. Daten: 10.5./ 17.8./ und 7.9.

Pflanzenpracht in gelb, rot und violett. Malven, Königskerzen und viel grün.


GartenRaum-Pflege: Jeden 13. des Monats, sowie fast jeden Donnerstag, treffen sich Gartenbegeisterte und solche, die es noch werden wollen, im Labyrinth zum Hegen und Pflegen, Lernen, Austauschen, Weitergeben, Staunen, Wahrnehmen, Ernten. Für Mittagessen, tolle Gesellschaft und interessante Gespräche ist gesorgt!
In diesem Jahr geben wir den prächtigen Stauden viel Raum, lernen sie während der Pflege im Jahresrhythmus besser kennen und schätzen.
Im April legen wir den GartenRaum-PflegeTag auf den Samstag 12.4., da findet nämlich unsere alljährliche Pflanzentauschbörse statt.
Im Juni verschieben wir die GartenRaum-Pflege auf Donnerstag, 12.6., da lernen wir von Julia die Futterpflanzen der Insekten kennen.
Wir freuen uns auf ein duftend blühendes Jahr!
Infos: für den 13. jeden Monats 078 738 69 65; für Donnerstag 079 366 20 07

Offener Austausch: Seit zwei Jahren halten wir am letzten Freitagabend des Monats RAUM & ZEIT offen für Austausch, Gedankenanstösse und entstehende Erkenntnisse. Immer wieder einzigartige Momente in Präsenz.

Labyrinth-Rundgesang: Jeden letzten Montag (neu) im Monat treffen sich singfreudige Frauen und Männer (Ausnahme April und Juli) von 18.30-20.30 Uhr im Labyrinth oder im Pausenraum Zeughaus 5. Wir singen alte und neue Lieder, Chants, Friedens- und Kraftlieder. Einstieg jederzeit möglich. Das Labyrinth ist ein wundervoller Ort zum Singen. Daten: 27.1. / 24.2./ 31.3./ 30.4./ 26.5 /Juli fällt aus, 25.8./ 29.9./ 27.10./ 24.11./ 15.12.

Infos: Susann Torri 044 748 43 46; Regula Farner 077 204 20 44

Alle sind herzlich willkommen und eingeladen, das Labyrinth zu besuchen, zu brauchen, zu erkunden, Frauen, Männer, Kinder, Klein und Gross, Alt und Jung. Die Veranstaltungen finden bei jedem Wetter statt und sind unentgeltlich. Spenden können wir gut gebrauchen, denn Geld, ins Labyrinth investiert, verwandelt sich in Blüten, Düfte, Klänge und zaubert ein Lächeln aufs Gesicht unzähliger Menschen.
Herzlich danken wir allen, die uns in den vergangenen Jahren ihr Vertrauen geschenkt und uns auf vielfältige Weise ermutigt und unterstützt haben, ideell, materiell, finanziell…
Vielen Dank dem Sozialdepartement und Grün Stadt Zürich für Unterstützung und Begleitung.

Andrea Schurter, Caroline Krüger, Coni Schott, Cornelia Weber, Esther Meyre, Gabi Schaub, Gabriela Babel Singh, Irène Hiller, Joly Bächli, Julia Deppeler, Lotta Waldvogel, Myriam Rudin, Regula Farner, Renate Grob, Rolf Bachmann, Rosemarie Trachsel, Susanna Torri, Ursula Knecht, Zita Küng

Textquelle: Brigit Keller: Vogelflug im Augenwinkel. Gedichte, eFeF-Verlag 1998, www.brigitkeller.ch